Praline 30 - Bildliche Wahrnehmung und Gedanken zum Thema Autismus

 

Ich bin mir sicher, dass wir bald solche Einordnungsbegriffe wie "Autismus" nicht mehr brauchen.

Aber bis dahin, hach ja, arbeiten wir mit den Worten, die wir haben=)

Ich möchte mit dieser sehr ausführlichen Praline einen Einblick in meine Wahrnehmungswelt geben und vielleicht hilft es ja, Menschen mit speziellen Wahrnehmungswelten besser verstehen zu lernen und vor allem, die unglaublichen Schätze, die in diesen Welten liegen, zu entdecken...

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Kommentare: 2
  • #1

    Fionn (Donnerstag, 01 April 2021 09:08)

    Liebe Marleen. Jetzt kenne ich dich schon sooo lange - und erkenne dich nicht! Und jetzt sehe ich, dass der Grund dafür mein „Blick“ ist: Mein Verstand sucht dich in dem „Tunnel“ zu erkennen, nicht in dem „Bild“. Und so genau und wundervoll du hier von diesem Bild er-zählst (!), führt meinen Verstand in ziemliche Turbulenzen, und er will immer rufen: „Aber...!“ Und dann fiel mir eben auf, dass ich dieses Aber...! eigentlich ständig von ihm höre, ununterbrochen: Das Aber...! ist die Tunnelwand! Es hält mich in der Spur und räumt Alles weg, was sich mir in den Weg stellt. Die bildliche Wahrnehmung geht mit dem, „was nicht ins Bild passt“, ganz anders um: Sie erweitert sich. - Ich nenne sie mal „musikalische Wahrnehmung“; obwohl es erstmal so aussieht, als ob Musik in zeitlicher Abfolge (ähnlich wie Zahlen) existiert. Mozart (der von der Kugel) erklärte mal, dass er den Satz einer Sinfonie, bevor er die Noten aufschreibt, in EINEM MOMENT hört! So nehme ich Musik wahr - bevor sie erklingt: eine „Harmonie von Vielheit“. Was mich noch sehr beschäftigt, ist dein Beispiel von dem Projekt, bei dem du nicht mitmachst aus Gründen der „Disharmonie“. Mir wird klar, dass ich versuche, damit so umzugehen, wie du es beschreibst mit den roten Schnürsenkeln :-) „Was kann ich der Disharmonie hinzufügen, um sie zu harmonisieren?“ -sehr aufregende Frage...!- Danke Dir, dass Du Worte gefunden hast! In Liebe .

  • #2

    Marleen (Donnerstag, 01 April 2021 09:20)

    „Das Aber...! ist die Tunnelwand! Es hält mich in der Spur und räumt Alles weg, was sich mir in den Weg stellt. Die bildliche Wahrnehmung geht mit dem, „was nicht ins Bild passt“, ganz anders um:
    Sie erweitert sich...“

    - Wow, diese Formulierung finde ich erstaunlich!!!