Praline 14 - Tiefe Lebendigkeit

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Kommentare: 1
  • #1

    Frank (Mittwoch, 19 August 2020 10:17)

    Einige Tage lang war ich letzte Woche in einem Zustand, den ich als Sterben erlebe (die Formulierung ist ja schon merkwürdig...): Nichts dramatisches, bloß dumpf-starr-verloren. Ich hatte immer geglaubt, so sei das Leben: Das Leben lebt nicht. (wie Adorno sagte) Und nur mit übermenschlicher, ja: messianischer Kraftanstrengung könnten wir ihm etwas abringen, was nach Leben „schmeckt“! Deine Inspiration, Liebe Marleen, zeigt auf die Stelle, wo ich geirrt habe: Was ich Sterben nenne, ist unerlebtes Leben, nicht gefühlte Trauer, unter Verschluss gehaltene Wut, erstickte Empörung! Meistens darüber, dass „Jemand“ mich als falsch, schwach, dumm, nicht liebenswert...verurteilt; und dieser „Jemand“ wird schon in der Kindheit zum „Ich selbst“! Wenn wir jetzt als Erwachsene etwas tun, was andere verurteilen könnten (und das tun wir ja manchmal auch mit Lust), tritt sofort die Scham mächtig auf; die ja eigentlich die Aufgabe hatte, uns davor zu bewahren, etwas zu tun, was uns selbst nicht gut tut.... Naja, Du merkst: Da hast Du was angeschubst in mir, was mich weiter beschäftigen wird. Danke Dir. In Liebe. Frank